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30.11.2016 von LBG

Thrombektomie beim ischämischem Schlaganfall

Thrombektomie beim ischämischem Schlaganfall: mögliche, bisher unbemerkte Nebenwirkungen Von Robert Emprechtinger Gewinner des Best Abstract Award der Ludwig Boltzmann Gesellschaft

Wien, 29. November 2016. Der Schlaganfall ist nach der koronaren Herzkrankheit die zweithäufigste Todesursache in Europa. Wird ein Schlaganfall überlebt, können die Folgen dennoch weitreichende Einschränkungen im täglichen Leben der PatientInnen bedingen. Als Schlaganfallursache verschließt bei fast neun von zehn Patienten ein Gerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn. Um bleibende Schäden durch den Sauerstoffmangel zu verhindern, soll die Durchblutung möglichst rasch wiederhergestellt werden. Üblicherweise geschieht dies medikamentös. Neue Verfahren ermöglichen es nun, das Gerinnsel bei geeigneten PatientInnen mechanisch mit einem speziellen Katheter zu entfernen (sog. „Thrombektomie“).

Zu diesem Behandlungsverfahren wurden 2015 fünf Studien publiziert, die vielversprechende Ergebnisse bei ausgewählten PatientInnen zeigen konnten: Im Durchschnitt profitierten vier von zehn behandelten Patienten durch die Thrombektomie.

In der Zusammenschau der Ergebnisse wurde bislang allerdings eine Reihe von möglichen Nebenwirkungen der Thrombektomie (neuerliche Schlaganfälle, krampfhafte Verengung von Arterien des Gehirns oder bestimmte Blutungen) nicht oder nicht ausreichend analysiert. Daher widmeten wir uns in einer eigenen Analyse der Zusammenfassung, der in den fünf Studien bisher veröffentlichten Ergebnisse dieser Begleiterscheinungen.

Alle Studien, die darüber berichteten, beobachteten bei Patienten mit dem neuen Behandlungsverfahren etwas mehr dieser Nebenwirkungen als bei Patienten, die nicht thrombektomiert wurden. Unsere statistische Datenauswertung ergab bei Kombination der Einzelergebnisse ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für bestimmte Blutungen (sog. Subarachnoidalblutungen) und für neuerliche Schlaganfälle.

Unsere Ergebnisse stellen die Wirksamkeit der Thrombektomie zur Behandlung des ischämischen Schlaganfalls nicht in Frage. Sie zeigen aber, dass diese Behandlung mit Nebenwirkungen verbunden sein kann, die bisher möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Das neue Behandlungsverfahren wird aktuell aufgrund der vielversprechenden Wirksamkeitsergebnisse in Österreich, wie auch zahlreichen anderen Ländern, zunehmend eingesetzt. Um mögliche Negativfolgen für die behandelten PatientInnen zu minimieren, fordern wir zukünftig auf Basis unserer Ergebnisse jedenfalls diese Risikofaktoren zu berücksichtigen.

Alle Gewinner und Fotos

www.lbg.ac.at/de/themen/best-abstract-award-2016

Rückfragen

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Ludwig Boltzmann Institut Health Technology Assessment
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