Towards EPIleptomics – a CONNectome-based perspective on epileptic networks, cognition and clinical outcome – „EPICONN“
Start: Jänner 2026
Forschungsgebiet: Fokale Epilepsie
Lead Institution: Medizinische Universität Wien
Partner Institution: Austrian Institute of Technology (AIT)
Head: Assoz. Prof.in Priv. Doz.in Dr.in Silvia Bonelli-Nauer, PhD
Mentor: Univ. Prof. Dr. Thomas Berger, MSc.
Deputy Head: Dr. techn. Roxane Licandro, Priv. Doz Dipl.-Ing. Gilbert Hangel, PhD
Kontakt: rcvpbaa@zrqhavjvra.np.ng
Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der es immer wieder zu Anfällen kommt. Entstehen diese Anfälle in bestimmten Bereichen des Gehirns, spricht man von einer fokalen Epilepsie. Die Erkrankung kann sich nicht nur auf die körperliche und seelische Gesundheit auswirken, sondern auch das soziale Leben einschränken und in manchen Fällen die Lebenserwartung verkürzen. Bei den meisten Betroffenen lassen sich die Anfälle mit Medikamenten gut kontrollieren. Bei etwa einem Drittel der Patient:innen wirken diese Medikamente jedoch nicht ausreichend. Für einige von ihnen kann daher eine Gehirnoperation eine mögliche alternative Behandlung sein.
In der modernen Epilepsieforschung setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass Epilepsie nicht nur einzelne Hirnregionen betrifft, sondern ein Zusammenspiel vieler Bereiche des Gehirns ist, die miteinander vernetzt sind. Genau diesem Ansatz widmet sich die Forschungsgruppe EPICONN. Ziel des Teams ist es, diese weitreichenden Veränderungen im Gehirn besser zu verstehen. Dafür arbeiten Ärzt:innen eng mit Expert:innen aus den Bereichen medizinische Bildgebung, Genetik und künstliche Intelligenz zusammen.
Da manche Patient:innen auf die herkömmliche medikamentöse Behandlung nicht ausreichend ansprechen, werden dringend neue Therapieansätze benötigt. In der klinischen Praxis ist es derzeit jedoch noch nicht möglich, im Voraus zu sagen, welche Behandlung bei welcher Person wirksam sein wird. Um dies zu ändern, möchte das EPICONN-Team sogenannte Biomarker identifizieren. Dabei handelt es sich um messbare biologische Merkmale im Gehirn, die Hinweise darauf geben, wie stark die Epilepsie das Gehirn verändert, wie diese Veränderungen miteinander zusammenhängen und wie gut eine Person auf bestimmte Therapien anspricht. Solche Biomarker könnten auch dabei helfen, mögliche Folgen der Erkrankung – etwa Gedächtnisprobleme – frühzeitig zu erkennen.
Wenn sich vorab besser vorhersagen lässt, wie Patient:innen auf eine Behandlung reagieren, können Diagnosen und Therapien gezielter angepasst werden. Das trägt wesentlich dazu bei, die Lebensqualität von Menschen mit Epilepsie zu verbessern.
In den ersten vier Jahren der Studie werden 300 Personen mit fokaler Epilepsie eingeladen, an den Untersuchungen teilzunehmen. Die dabei gewonnenen Daten werden umfassend ausgewertet, um aussagekräftige Biomarker zu identifizieren und neue Behandlungsansätze zu entwickeln. In den darauffolgenden vier Jahren sollen diese Erkenntnisse an mehreren österreichischen Epilepsiezentren angewendet werden, um zu prüfen, welche davon sich im klinischen Alltag als besonders hilfreich erweisen.