Title: Klinische Forschungsgruppe

Rational and Personalized Targeting of Chemotherapy Resistance in Gastrointestinal Cancer – „CRC-Res“

Start: Jänner 2026
Forschungsgebiet: Gastrointestinale Tumore

Lead Institution: Medizinische Universität Wien

Partner Institution: Veterinärmedizinische Universität Wien

Head: Dr.med.univ. Johannes Längle, PhD

Mentor: Univ.-Prof. Dr. med. Oliver Strobel

Deputy Heads: Ao.Univ.-Prof. Dr.med.univ. Michael BergmannMag. Dr. Matthias Farlik-Födinger

Kontakt: 

wbunaarf.ynratyr@zrqhavjvra.np.ng

zngguvnf.sneyvx@zrqhavjvra.np.ng

zvpunry.oretznaa@zrqhavjvra.np.ng

Für rund die Hälfte aller Menschen mit Darmkrebs gibt es derzeit keine heilende Behandlung. Besonders schwierig wird es, wenn sich der Krebs im Körper ausbreitet und Chemotherapie oder Immuntherapie die einzigen verbleibenden Behandlungsoptionen sind. Diese Therapien zeigen oft zunächst gute Erfolge, verlieren jedoch mit der Zeit ihre Wirkung, weil der Tumor resistent wird. Hinzu kommt, dass jeder Tumor einzigartig ist – was bei einer Patientin wirkt, kann bei einem anderen Patienten wirkungslos bleiben.

Um besser zu verstehen, warum Therapien versagen, braucht es neue, personalisierte Forschungsansätze. In den letzten Jahren ist es gelungen, Tumorgewebe von Patient:innen im Labor in sogenannten „Tumor-Modellen“ zu züchten. Erste Ergebnisse zeigen, dass diese Modelle helfen können vorherzusagen, welche Behandlung bei welcher Person am besten wirkt. Sie eignen sich außerdem, um neue Medikamente gezielt zu testen.

Das CRC-Res-Team hat diese Modelle weiterentwickelt. In ihren „Tumor-Avataren“ werden nicht nur Krebszellen, sondern auch wichtige Begleitzellen wie Immunzellen und Bindegewebszellen berücksichtigt. Das ist entscheidend, denn die Widerstandsfähigkeit von Tumoren entsteht oft durch das Zusammenspiel dieser Zellen. Zusätzlich wurden spezielle Mausmodelle entwickelt, die menschliche Tumore mit denselben genetischen Eigenschaften nachbilden.

Mithilfe dieser realitätsnahen Modelle sucht das Forschungsteam gezielt nach neuen Angriffspunkten gegen Therapieresistenzen. Bereits jetzt konnten zwei vielversprechende Medikamentenkombinationen identifiziert werden, die auch dann wirken, wenn Chemotherapie oder Immuntherapie versagen. Diese sollen nun bei Patient:innen mit fortgeschrittener Erkrankung getestet werden, für die es bislang keine weiteren Behandlungsoptionen gibt.

Ein besonders innovativer Ansatz besteht darin, Tumorgewebe direkt von Patient:innen zu entnehmen, den Tumor im Labor wachsen zu lassen und dort verschiedene Medikamente zu testen. Die Behandlung, die im Modell am besten wirkt, soll anschließend gezielt bei der Patientin oder dem Patienten eingesetzt werden. Dieser Ansatz könnte die Krebstherapie grundlegend verändern und personalisierte Medizin für viele Menschen Realität werden lassen. Besonders wichtig ist dabei: Das Konzept ist nicht auf Darmkrebs beschränkt, sondern könnte künftig bei allen soliden Tumorerkrankungen eingesetzt werden – mit dem Ziel, Leben zu verlängern und die Lebensqualität zu verbessern