Austrian Digital Atrial Fibrillation Screening and Intervention Program – „Austrian Digital Heart Program“
Start: Oktober 2023
Forschungsgebiet: Vorhofflimmern
Lead Institution: Medizinische Universität Innsbruck
Partnerinstitutionen: Austrian Institute of Technology (AIT), Medizinische Universität Graz, UMIT Tirol
Head: Assoz. Prof. Priv.-Doz. Dr. Sebastian Reinstadler, PhD
Mentor: Univ.-Prof. Dr. Axel Bauer
Deputy Head: Dr. Michael Schreinlechner
Kontakt: vasb@chyfxbagebyyr.ng
Austrian Digital Heart Program – Pulskontrolle
Vorhofflimmern (VHF) zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen, insbesondere bei älteren Menschen. Durch den unregelmäßigen Herzschlag steigt das Risiko für Blutgerinnsel und Schlaganfälle. In Österreich erleiden jährlich rund 19.000 Menschen einen Schlaganfall. Trotz moderner Therapien bleibt die frühzeitige Erkennung und Prävention der wirksamste Schutz.
Zur Unterstützung der frühen Identifikation von Vorhofflimmern wurde im Rahmen des Austrian Digital Heart Program die Smartphone-App „Pulskontrolle“ entwickelt. Die App nutzt Kamera und Blitz des Smartphones, um Pulssignale an der Fingerspitze zu messen. Die Aufzeichnungen werden automatisiert auf Unregelmäßigkeiten analysiert. Bei Verdacht auf Vorhofflimmern ist ein EKG zur Bestätigung erforderlich. Teilnehmende erhalten zudem strukturierte Informationen zu Vorhofflimmern, herzgesunder Lebensweise und möglichen Behandlungsoptionen.
Pilotphase und Optimierung
In der Pilotphase wurden über 100 Personen ab 65 Jahren an den Medizinischen Universitäten Innsbruck und Graz eingeschlossen, um Benutzerfreundlichkeit und technische Funktionalität zu evaluieren. Die gewonnenen Erkenntnisse dienten der weiteren Optimierung der App sowie der Vorbereitung der österreichweiten Hauptstudie.
Da die Studie vollständig digital und ohne persönlichen Kontakt durchgeführt wird, liegt ein besonderer Fokus auf einer intuitiven, barrierearmen Gestaltung – insbesondere für Personen über 65 Jahre.
Österreichweite Hauptstudie
Auf Basis der Pilotdaten wurde das Studienprotokoll finalisiert und der zuständigen Ethikkommission zur Prüfung vorgelegt.In der geplanten Hauptstudie sollen rund 100.000 Personen in ganz Österreich eingeschlossen werden (50.000 pro Studiengruppe). Ziel ist es, wissenschaftlich zu überprüfen, ob ein digitales Screening zur frühzeitigen Erkennung von Vorhofflimmern auf Bevölkerungsebene zur Schlaganfallprävention beitragen kann.
Evaluierung von EKG-Patches
Parallel wurde eine randomisierte Studie zur Untersuchung von fünf verschiedenen EKG-Patches durchgeführt, die sich aktuell in der Finalisierungsphase befindet. Bisher wurden rund 140 Personen eingeschlossen. Ziel ist die Auswahl eines Systems, das sowohl eine hohe EKG-Qualität als auch eine einfache und sichere Anwendung für Personen über 65 Jahre gewährleistet. Das ausgewählte EKG-System wird in der österreichweiten Hauptstudie eingesetzt.
Gesundheitsökonomische Begleitforschung
Zusätzlich untersucht die UMIT Tirol die gesundheitsökonomischen Auswirkungen einer frühen digitalen VHF-Erkennung. Durch rechtzeitige Diagnosen und präventive Maßnahmen könnten langfristige Kosten reduziert und schwere Komplikationen wie Schlaganfälle vermieden werden.